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 Wirbelsäule

WirbelsäuleStellen sie sich den Menschen ohne Wirbelsäule vor. Unmöglich. Die Wirbelsäule ist das zentrale tragende Element des Menschen. Sie ermöglicht die aufrechte Haltung, mit der Wirbelsäule sind alle Teile des Skeletts verbunden, an ihr haben alle wichtigen Organe Halt. Zugleich bildet sie einerseits die schützende knöcherne Röhre für das Rückenmark. Andererseits ermöglicht sie die große Beweglichkeit unseres Körpers.

Das Rückenmark besteht im Wesentlichen aus den 31 linksseitigen und den 31 rechtsseitigen Spinalnerven, die jeder für die motorische (Bewegung) und die sensible (Empfindungen) Versorgung des Rumpfes, der Extremitäten und des Halses zuständig sind. Zwischen 2 Wirbeln tritt jeweils ein Spinalnervenpaar links und rechts aus der Wirbelsäule aus und verästelt sich in seine Region.

Trotzdem ist die Wirbelsäule hochbeweglich. Von der Seite gesehen zeigt sie eine doppelte S-Form. Damit federt und dämpft sie Stöße, die beim Gehen die Organe oder das Gehirn belasten könnten. Für die große Elastizität der Wirbelsäule sind 24 bewegliche Wirbel, die über kleine Facettengelenke miteinander verbunden sind, verantwortlich. Jedes dieser Gelenke trägt seinen kleinen Teil zur großen Bewegungen bei. So kann sich ein gesunder Rücken weit beugen, nach vorne wie nach hinten und zu den Seiten. Von vorne betrachtet ist die gesunde Wirbelsäule übrigens völlig gerade.

 Bandscheiben

BandscheibenDie Wirbelsäule hat 24 bewegliche Wirbel. Diese müssen davor geschützt werden, bei Bewegungen aneinander zu reiben. 23 Bandscheiben zwischen den beweglichen Wirbeln haben die Aufgaben von Stoßdämpfer- und Scharnier übernommen.

Jede Bandscheibe ist wie ein kleines Kissen. Sie besteht aus einem Faserring und einem gallertartigen Kern mit hohem Wassergehalt.

Biegt man die Wirbelsäule, belastet man den Randbereich der Bandscheibe. Das bedeutet zwar höheren Druck auf die Bandscheibe als beim Gehen und Stehen. Aber das überlastet sie nicht. Sie verliert lediglich einen Teil ihrer dämpfenden Flüssigkeit.

Dieses Phänomen nennt sich physiologische Diffusion. Dadurch schrumpft ein Mensch am Tag um bis zu drei Zentimeter. Nur wenn kein Druck auf die Bandscheibe ausgeübt wird, also am besten im Liegen, kann sie wieder Flüssigkeit aufnehmen und sich regenerieren.

Dieses Auspressen und Aufsaugen ist auch der einzige Weg, über den die Bandscheiben mit Nährstoffen versorgt werden. Denn ungefähr ab dem 20. Lebensjahr, mit Abschluss des Wachstums, besitzen sie keine Blutgefäße mehr. Über die gesamte Lebensdauer gesehen, kann das ursprüngliche Volumen nicht wieder hergestellt werden. Daher ist man im Alter kleiner als in der Lebensmitte.

 Zentrales Nervensystem

NervensystemDamit das Gehirn alle Prozesse in unserem Körper steuern und kontrollieren kann, muss es mit Informationen versorgt werden und Informationen aussenden können. In dieser Informations- und Befehlskette spielt das Rückenmark eine entscheidende Rolle. Es bildet gemeinsam mit dem Gehirn das Zentrale Nervensystem (ZNS). Dieses besteht aus ca. 100 Milliarden Nervenzellen. Deren längste Ausläufer, Axone, können bis zu einem Meter lang sein. Nervenimpulse können bis zu 430 km/h schnell sein.

Ein großer Teil der Informationen, die das Gehirn ständig braucht und auswertet, werden ihm über das Rückenmark geliefert. Sie betreffen u. a. die Temperatur in den einzelnen Körperteilen, die Position von Extremitäten, Tonus und Stellung von Muskeln, Sauerstoff- und Energieversorgung, viele weitere chemische Messwerte und den Kontakt mit der Außenwelt wie Berührung und Druck, Wärme oder Kälte. Vom Gehirn durch das Rückenmark laufen Befehle zur willkürlichen (z. B. Armbewegung) wie unwillkürlichen (Herzschlagfrequenz) Steuerung von Organen und Muskeln. Allein diese grobe Darstellung zeigt, welche Bedeutung ein gesunder Rücken und eine optimale Struktur der Wirbelsäule für den gesamten Organismus haben.

 Muskulatur

MuskulaturDie Wirbelsäule allein kann nicht für unsere Bewegung sorgen. Im Gegenteil. Ohne ihre speziellen Muskeln würde sie unter dem Gewicht der einseitig vorne angebrachten Organe zusammenbrechen.

Die Muskeln, die direkt zur Wirbelsäule gehören, nennt man tiefe Rückenmuskulatur. Die Muskelstränge verlaufen sehr eng an der Wirbelsäule. Sie bilden ein enges Geflecht aus längs und quer verlaufenden Muskeln, die kürzeren liegen weiter innen, die längeren außen. Ihre vorrangigen Funktionen sind die Aufrichtung, die Stabilisierung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Längs verlaufende Muskeln beugen die Wirbelsäule nach vorne, hinten und zu den Seiten. Quer verlaufende drehen sie um ihre senkrechte Achse.

Die so genannten oberflächlichen Rückenmuskeln bewegen die Extremitäten.

Da auch ein Rückenmuskel sich nicht von selbst strecken kann, braucht er einen Antagonisten, einen, der sich auf der Gegenseite zusammenzieht. Die Bauchmuskeln wirken teilweise als Antagonisten der Rückenmuskeln.

Für alle Rückenmuskeln gilt: sie funktionieren nur dann langfristig optimal, wenn sie keine Auswirkungen von Wirbelfehlstellungen dauerhaft korrigieren müssen.

 Subluxation

SubluxationWenn die zueinander liegenden Flächen zweier beweglicher Wirbel nur noch versetzt aufeinander treffen, spricht man bei der Wirbelsäule von einer Subluxation. Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff eine unvollständige Ausrenkung.

Ursache können Traumata sein, also äußere Einwirkungen zum Beispiel durch Zusammenstöße beim Sport oder einem Unfall. Subluxationen können auch am Ende einer Kette von Ursachen stehen. So können die Bemühungen des Körpers, einen Beckenschiefstand auszugleichen, ebenfalls zu Subluxationen führen.

Was sind die Folgen einer Subluxation? Es gibt mehrere mögliche, und oft kommen einige davon im Laufe der zeit zusammen. Zunächst kann die Bandscheibe auf einer zu kleinen Fläche belastet werden, daher zu hohen Druck bekommen und vorschnell Schaden nehmen, siehe Bandscheibenvorfall. Führt die Subluxation zu einer kleinen Änderung in der vertikalen Ausrichtung der Wirbelsäule, so muss diese korrigiert werden. Hierdurch können ungewöhnliche Belastungen für Wirbel und Muskeln entstehen.

Drittens können die Nerven, die an der Stelle der Subluxation aus dem Rückenmarkskanal austreten, beeinträchtigt werden. Dies verhindert eine optimale Kommunikation zwischen Gehirn und Körper. Ein freier Informationsfluss ist jedoch für die Selbstheilungskraft des Organismus von entscheidender Bedeutung.

Die Kunst des Chiropraktikers besteht unter anderem darin, die oft nur millimeterkleinen Abweichungen der Subluxation, verborgen unter Muskeln, Fett- und Bindegewebe, zu ertasten und die Wirbel wieder zurück in ihre ursprüngliche Position zurück zu bringen.

 HWS/LWS Syndrom

HWS/LWSMuskeln, die man nicht beansprucht, verkümmern. Eine bewegungsarme Lebensweise schwächt zum Beispiel die Muskeln, die die Halswirbelsäule (HWS) stützen sollen. Den Kopf täglich stundenlang vor dem Bildschirm aufrecht zu halten, kann sie dann überfordern. Die Folge sind Fehlbelastungen, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Oft chronisch. Unter Umständen strahlen die Schmerzen bis in die Arme.

Die Diagnose heißt dann HWS Syndrom. „Syndrom“ sagt dabei, dass es sich um einige Symptome aus einer großen Auswahl von Symptomen handelt. Die Diagnose ist damit eigentlich nur eine grobe Richtungsangabe. Ähnlich ist es beim LWS Syndrom.

LWS Syndrom ist die heute vielleicht am meisten gestellte orthopädische Diagnose. Meist sind Schmerzen, ausgehend von der Lendenwirbelsäule der Anlass. Sie sind entweder chronisch, oft auch akut.

Herauszufinden um was es sich konkret handelt, die Ursache zu finden und die Heilung zu unterstützen, ist Aufgabe des Chiropraktikers.